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04.09.2013 Kategorie: Allgemeine Themen

Piercing: Seit den 90er Jahren gehört es zur »Jugendkultur«

Bis in die 90er Jahre fielen vor allem Punks mit Piercings auf. Bekannter wurde der Körperschmuck, als sich 1994 Schauspielerin Alicia Silverstone in einem Musikvideo von Aerosmith den Bauchnabel piercen ließ. Der Streifen erreichte den ersten Platz bei den MTV-Awards. Durch die Berichte entstand ein Piercing-Trend. Heute gehört der Körperschmuck zur Jugendkultur.

Infektionen und Allergien sind an der Tagesordnung

Piercing fängt beim Ohrlochstechen an und hört beim Bauchnabel noch lange nicht auf. Wer eins haben will, sollte laut Hautärzte die Hygiene ernst nehmen und deshalb im Studio nach der Infektionsvorsorge fragen. Denn HIV und Hepatitis C könnten übertragen werden. Handschuhe und steril verpackte Einweg-Instrumente oder ein Gerät zur Sterilisation des Bestecks sollten deshalb vorhanden sein. "Während des Vorgangs sollte der Piercer nur den Kunden und die Geräte anfassen", sagt Hautärztin Schmidt. Oft enthält der Schmuck Nickel, das bei Hautkontakt Allergien auslösen kann. Rötungen, Jucken und Bläschen entstehen. Seit einigen Jahren gelten in der EU zwar Höchstgrenzen für Nickel, doch umgehen Hersteller häufig die Kennzeichnungspflicht, indem sie die Oberflächenbeschichtung als nickelfrei deklarieren. Dermatologin Stephanie Schmidt warnt vor Zungenpiercings, die zur Traumatisierung der Zähne und damit zu Zahnfrakturen führen können. Außerdem gibt sie etwa für Nasen-Piercings zu bedenken,dass man den Schmuck zwar jederzeit entfernen und die kleine Öffnung zuwachsen lassen kann. Doch eine Narbe bleibt. Menschen, die wissen, dass sie zu Wulstnarben (Keloiden) neigen, sollten besser auf Piercings verzichten. Hautärzte können diese Keloide zwar mit Kortison unterspritzen, jedoch"ohne Erfolgsgarantie".