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19.12.2013 Kategorie: Allgemeine Themen

Therapieren wir uns zu Tode?

Arzneimittel-Interaktionen

"Gott hat niemals eine Krankheit entstehen lassen, für die er nicht auch eine Arznei geschaffen hat." Paracelsus

Auch wenn Paracelsus bei Medizinern und Apothekern zur damaligen Zeit erbitterte Diskussionen auslöste, so sollte er doch zum Teil Recht behalten.

Heute gibt es für nahezu jede Krankheit die passende Arznei und es sind genug Medikamente auf dem Markt, dass vielen Krankheiten entgegengewirkt oder zumindest Linderung verschafft werden kann.

Mit zunehmendem Alter häufen sich die chronischen Krankheiten wie Herz-, Kreislauferkrankungen, Asthma, Diabetes mellitus, Rheuma, Arthrose oder auch neurologische Erkrankungen. Dies bringt es mit sich, dass eine Vielzahl an Medikamenten verschrieben wird, oft nicht nur vom Allgemeinarzt, nein auch der Facharzt verordnet Arzneimittel von denen mitunter der behandelnde Hausarzt nichts weiß, was zur Folge hat, dass im Durchschnitt acht vom Doktor verordnete Medikamente täglich eingenommen werden. Laut Definition der WHO (World Health Organisation) besteht eine Polypharmazie (Vielzahl an Arzneimitteln) ab einer Einnahme von sechs Medikamenten. Die Verfügbarkeit verschiedenster Präparate ist allerdings nicht nur ein Segen.

Mit steigender Anzahl der verordneten Medikamente sinkt meist die Compliance des Patienten (die Einsicht ärztliche Ratschläge zu befolgen, die sog. Therapietreue), die regelmäßige Einnahme ist nicht mehr gewährleistet.

Besonders der ältere Patient ist überfordert und es passiert nicht selten, dass ein Medikament selbständig abgesetzt oder die Dosis verändert wird. Hier klafft die Anzahl der verordneten und der tatsächlich eingenommenen Medikamente weit auseinander. Wenn jetzt zusätzlich im Rahmen der Selbstmedikation gedankenlos noch zu verschreibungsfreien Arzneimitteln, den sogenannten OTC-Produkten gegriffen wird (Over the Counter = über den Ladentisch), gerät der Therapieplan vollends durcheinander und es kommt oft zu gravierenden Nebenwirkungen.

Etwa zehn Prozent der Patienten leiden an solchen Folgen. Man spricht hier von der Medikamenten-Interaktion, Wechselwirkungen, ausgelöst durch Arzneien die nicht "zusammen passen". Oft ist zu hören, das Medikament sei ja "rein pflanzlich" oder "nur ein Naturheilmittel", das schade ja nicht. Auch hier kann der Irrglaube zu schweren Komplikationen führen. "Einige Naturheilmittel greifen erheblich in die Körperchemie ein und treten in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten", sagt Rainer Stange, Vorsitzender der Ärztegesellschaft für Naturheilverfahren Berlin-Brandenburg.

"Aus dem Pflanzenreich kommen die stärksten Gifte", zitiert der als leitender Arzt am Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee arbeitende Mediziner. So greift beispielsweise das häufig bei Depressionen eingesetzte Johanniskraut den Leberstoffwechsel an und führt zum schnelleren Abbau anderer Medikamente.

Bislang sind mehr als 5.000 Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln bekannt, welche nicht selten zu schwerwiegenden Folgen führen. Um dieser Problematik entgegen zu wirken, sollte die Kommunikation zwischen Patient und Arzt an erster Stelle stehen. Dies ist die Grundlage, dass Patienten eigenverantwortlich an ihrer Behandlung mitarbeiten können. Ist der Patient dazu nicht mehr in der Lage tritt an seine Stelle der verantwortungsbewusste Pflegende.

Hier meldet sich noch einmal Paracelsus zu Wort:"Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch".

Wie sieht die Zukunft aus?

Weniger ist mehr!

Aus diesem Grunde erarbeiten Ärzte und Krankenkassen gemeinsam ein Projekt, welches der Polypharmazie entgegenwirkt. Medikamente werden auf Arzneimittelsicherheit (Interaktionsanalyse) überprüft. Hier ist der Hausarzt die Schnittstelle, wo alle Informationen zusammenlaufen.

Die 223 Mediziner des Regensburger Ärztenetzes (RÄ) wollen ihre Patienten umfassender und engmaschiger betreuen. Um das zu erreichen haben sie im Juli 2012 einen Vertrag mit der größten Krankenkasse vor Ort geschlossen, der AOK. Die teilnehmenden GesundPlus-Ärzte des Regensburger Ärztenetzes schlossen bislang zwei Verträge zur Integrierten Versorgung ab, um die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten, aber auch mit teilnehmenden Kliniken zu intensivieren. Die BKK Krones hat ebenfalls einen "Netzvertrag".

Was bedeutet das für den Patienten?

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen dabei nur "medizinisch notwendige Leistungen" erstatten. Daher müssen viele gesundheitsrelevante Untersuchungen von den Patienten selbst bezahlt werden. Als sogenannter "Netzpatient" mit der GesundPlus Karte wäre das anders.

Mehr als das "Notwendige" für die Gesundheit ?

Die GesundPlus Karte für den Patienten ermöglicht es, modernste und umfassendste Vorsorgeleistungen bequem und kostengünstig zu nutzen.

Ein Ärzteteam überprüft regelmäßig neueste Erkenntnisse aus der Vorsorgemedizin und arbeitet Hand in Hand für die Gesundheit ihrer Patienten.

Die Zukunft bedeutet also "feste Partnerschaften und Vernetzung" zwischen Ärzten, Patienten und Gesundheitswesen zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie.

"Manche Menschen rauchen und trinken nicht, ernähren sich gesund von Salat und Gemüse und zur Strafe werden sie 100 Jahre alt." Albert Einstein