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Die Zitrone ist ausgequetscht PDF Tisk E-mail
Der Neue Tag, 12.09.2008 
Weiden

Mitarbeiter des Weidener Klinikums bie Großdemo in Berlin

"Gegen das Spardiktat der Politik! Es reicht - wir gehen auf die Straße!" Unter diesem Motto ruft ver.di am 25. September zur Großdemonstration der deutschen Krankenhäuser in Berlin auf. Auch die Kliniken Nordoberpfalz AG ist mit etwa 200 Protestierenden dabei, 90 davon aus dem Weidener Klinikum. "Die Sensibilität wächst", freut sich Dr. Eibe Hinrichs, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, über das rege Interesse. Die Angst, Arbeitsplätze zu verlieren, hält Dr. Hinrichs für berechtigt. "Bleibt es beim Sparkurs, müssen kleinere Kliniken schließen. In unserer Region hängen davon sehr viele Stellen ab." Die Solidarität ist auch bundesweit groß: 13 Verbände, darunter der Marburger Bund und der Deutsche Städtetag, haben sich zu einem einmaligen Aktionsbündnis zusammengeschlossen.

Lage noch nie so schlecht

Laut den Bündnispartnern war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser noch nie so schlecht wie heute. Immer mehr Kliniken würden rote Zahlen schreiben und Tarifverträge nicht mehr erfüllen. "Die Zitrone ist ausgequetscht", sagen die Organisatoren der Großdemo. "Noch mehr Rationalisierung geht nicht." Dazu kommt laut Dr. Hinrichs, dass die Bevölkerung älter und dadurch auch kränker werde. "Der medizinische Fortschritt rast. Unsere Patienten erwarten die bestmögliche Versorgung." Doch das kostet.

Gemeinsam fordern die Bündnispartner deshalb die Streichung des Sanierungsbeitrags, der den Kliniken über 20 Millionen pro Monat entziehe, und eine volle Refinanzierung der Tarifsteigerungen für 2008 und 2009. Wenn die Politik an ihrem Spardiktat festhält, würde Arbeitsplatzabbau drohen. Weniger Personal bedeute auch weniger persönliche Zuwendung für den Patienten. Wenn er denn mal an die Reihe kommt, denn Wartelisten könnten bald auch in Deutschland Realität werden.

Aufmerksamkeit erhalten

Was sich Dr. Eibe Hinrichs von der Großdemo erhofft? Auf jeden Fall die Aufmerksamkeit der Politiker. "Es stehen einige Wahlen an, das wirkt sich in der Politik ja meist recht fruchtbar aus", sagt er. "Von mir aus könnte ruhig jedes Jahr Wahl sein."

 

 
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