| Honorare für Ärzte reiner Horror |
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Der Neu Tag | 17.02.2009 | Netzcode: 1716919 Fachärzte schließen heute aus Protest ihre Praxen - Massive Umsatzeinbrüche(nt/az) Der Streit um die Honorare der Ärzte geht in eine neue Runde. Aus Protest gegen die neuen Regelungen wollen viele Fachärzte in der Oberpfalz heute ihre Praxen geschlossen lassen. Die Patienten werden bei 75 bis 80 Prozent der Facharztpraxen in ganz Bayern vor verschlossenen Türen stehen, schätzt der Landesvorsitzende der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB), Thomas Scharmann.In Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach werden zumindest am Vormittag fast alle Facharztpraxen geschlossen haben. Dies kündigt Dr. Dietrich Schreyer, stellvertretender Vorsitzender des Ärzteverbundes Oberpfalz, an. Der Protest richte sich gegen "eine Honoraränderung, die in Bayern vor allem bei Fachärzten zu massiven Umsatzeinbrüchen führt". Viele Praxen seien in ihrer Existenz gefährdet, so Schreyer. Die Mediziner treffen sich heute Vormittag in Amberg auf dem Marktplatz, um zu protestieren. In Weiden wird der Protest heute verhaltener ausfallen. Grund: Die Ärzte seien hier "so ziemlich die Vorreiter" gewesen, meint Dr. Andreas von Bohlen. Als Beispiel nennt der dritte Vorsitzende des Ärzteverbunds Oberpfalz Nord den Protest beim Besuch von Ministerpräsident Horst Seehofer und an die große Demonstration am 28. Januar vor dem Alten Rathaus. Anästhesist von Bohlen: "Ich weiß, dass einige Kollegen zumachen, unter anderem im westlichen Landkreis." Die Aktionen würden auf jeden Fall weitergehen.
GFB und der Deutsche Facharztverband wollen nach eigenen Angaben mit einem landesweiten Informations- und Weiterbildungstag eine "leistungsgerechte Vergütung ohne Budgetzwänge" einfordern. Nach Angaben des GFB-Landesvorsitzenden, des Münchner Augenarzt Thomas Scharmann, haben sich vor allem in Südbayern auch Ärztenetze, in denen ebenfalls Hausärzte organisiert sind, dem Aufruf angeschlossen. Keine einheitliche Linie
Der Bayerische Hausärzteverband äußerte für die Aktionen der Facharztverbände Verständnis. Sie hätten jedoch die falsche Stoßrichtung, kritisierte der Hausärzteverband. Schuld an der "katastrophalen Situation" vieler Ärzte sei nicht die Politik, sondern die Spitze der Kassenärztlichen Vereinigung, die alle Finanzfragen der Vertragsärzte regelt, erklärte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller. Vorstoß im BundesratIm Honorarstreit will Bayern unterdessen im Bundesrat aktiv werden. "Die jetzige Honorarreform ist von Grund auf gescheitert. Wir wollen das rückgängig machen", sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).
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