
Ärztezeitung | 27.07.2009
Schweinegrippe geht auch auf das Gehirn
Die Infektion mit dem neuen H1N1-Virus kann auch zu neurologischen
Komplikationen führen. Die US-Behörde CDC empfiehlt den raschen Einsatz
antiviraler Arzneien.
ATLANTA (hub). Die Infektion mit dem neuen H1N1-Virus kann
auch zu neurologischen Komplikationen führen. Die US-Behörde
CDC empfiehlt den raschen Einsatz antiviraler Arzneien.
Foto: James Steidl©www.fotolia.de
Bei an saisonaler Influenza Erkrankten werden auch neurologische
Komplikationen wie Enzephalitis, Enzephalopathie und Anfälle
beobachtet, erinnern die Centers for Disease Control and Prevention
(CDC). Dass dies auch mit dem Schweinegrippe-Virus so sein kann, wurde
aktuell bei vier Patienten in Dallas beschrieben (MMWR 58, 2009, 773).
Die vier Kinder und Jugendlichen im Alter von 7 bis 17 Jahren wurden
mit Influenza-Symptomen und epileptischen Anfällen oder geistiger
Verwirrtheit in die Klinik eingeliefert. Drei Patienten wiesen ein
unnormales EEG auf, bei allen wurde RNA des neuen H1N1-Virus im
Nasenabstrich nachgewiesen. Alle Patienten wurden antiviral therapiert,
erholten sich vollständig und hatten bei der Entlassung aus der
Klinik keinerlei neurologische Folgeschäden.
Die CDC raten Ärzten, die Kinder mit Influenza-ähnlichen
Symptomen und nicht erklärbaren Anfällen oder
verändertem Mentalstatus betreuen zu Folgendem: Da die
neurologischen Symptome influenzabedingt sein könnten, sollten
Abstriche aus Nase und Rachen zum Test geschickt werden. Gleichzeitig
soll zügig die antivirale Grippetherapie starten, besonders bei
Krankenhauspatienten.
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